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14 statt 18 Prozent: Britanniens Abschreibungskürzung trifft den Altbestand.

Der Hauptsatz sinkt um vier Punkte, dafür kommt eine Sofortabschreibung von 40 Prozent. Wer neue Maschinen kauft, merkt von beidem nichts, weil er längst hundert Prozent bekommt. Bezahlt wird die Kürzung von denen, die nichts kaufen.

Britische Abschreibungsregeln kennen keine Nutzungsdauer. Wirtschaftsgüter wandern in Pools, und jeder Pool wird jedes Jahr mit einem festen Satz auf seinen Restwert abgeschrieben. Der Hauptpool trug bisher 18 Prozent. Seit dieser Woche trägt er 14.

Gleichzeitig gibt es eine neue Sofortabschreibung von 40 Prozent. Die Berichterstattung stellt beides nebeneinander und rechnet aus, dass es sich für investierende Betriebe ungefähr aufhebt.

Das stimmt für fast niemanden, und zwar aus einem Grund, der in keiner der beiden Zahlen steckt.

Warum eine neue Sofortabschreibung von 40 Prozent eine Verschlechterung sein kann

Großbritannien kennt seit 2023 das Full Expensing: hundert Prozent Sofortabzug für Kapitalgesellschaften auf neue, ungebrauchte Wirtschaftsgüter des Hauptpools, die im eigenen Betrieb genutzt werden, ohne Betragsgrenze. Personenkraftwagen und Güter zur Vermietung an Dritte sind ausgenommen. Seit dem Herbst 2023 ist die Regel dauerhaft. Daneben steht die Annual Investment Allowance mit hundert Prozent bis eine Million Pfund im Jahr, offen für alle Rechtsformen.

Eine Kapitalgesellschaft, die eine neue Maschine für den eigenen Betrieb kauft, bekommt also längst hundert Prozent. Für sie ist eine Sofortabschreibung von 40 Prozent kein Angebot, sondern ein schlechteres Angebot, das sie nicht annehmen wird.

Die Begründung der Regierung sagt genau das. Die neue Abschreibung steht allen Betrieben offen, nicht nur Kapitalgesellschaften, und sie hat weniger Beschränkungen als die übrigen, um Investitionen dort zu fördern, wo die anderen Regeln nicht greifen: bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften und bei Gütern, die vermietet werden.

Anders gesagt: Die 40 Prozent sind für die gemacht, die kein Full Expensing bekommen. Für alle anderen sind sie eine Fußnote.

Wen die vier Punkte tatsächlich kosten

Der Satz von 14 Prozent gilt nicht nur für Neuzugänge. Er gilt für den ganzen Hauptpool, einschließlich aller Restwerte aus früheren Jahren. Das ist der Punkt, an dem die Kürzung Geld kostet, und dafür muss niemand etwas kaufen.

Fiona führt in Sheffield eine Spedition als Limited. Ihr Hauptpool trägt aus den Investitionen der letzten Jahre einen Restwert von 900.000 Pfund.

alt neu
Satz 18 % 14 %
Abschreibung im Jahr 162.000 £ 126.000 £
Weniger Abzug 36.000 £
Mehr Körperschaftsteuer bei 25 % 9.000 £

Neuntausend Pfund, für ein Jahr, ohne eine einzige Anschaffung. Und das wiederholt sich, solange der Pool läuft. Weil auf den Restwert abgeschrieben wird, läuft er nie auf null.

Dann kauft Fiona ein. Zwei neue Sattelzugmaschinen für 360.000 Pfund fallen unter die Annual Investment Allowance und sind sofort voll abziehbar; weder die 14 noch die 40 Prozent berühren sie. Ein gebrauchter Aufliegerbestand für 900.000 Pfund ist etwas anderes: Gebrauchte Güter sind vom Full Expensing und von der neuen Sofortabschreibung ausdrücklich ausgeschlossen, von der Annual Investment Allowance nicht. Von deren einer Million sind noch 640.000 Pfund frei.

Betrag Behandlung
Neue Zugmaschinen 360.000 £ 100 % sofort
Gebrauchte Auflieger, Rest der Jahresgrenze 640.000 £ 100 % sofort
Gebrauchte Auflieger, darüber 260.000 £ Hauptpool, 14 %
Abzug daraus im ersten Jahr 36.400 £ statt 46.800 £

Die Kürzung trifft also drei Gruppen: wer einen Altbestand verwaltet, wer gebraucht kauft, und wer über der Jahresgrenze von einer Million liegt, ohne Kapitalgesellschaft zu sein. Personenkraftwagen kommen hinzu, weil sie von der Jahresgrenze, vom Full Expensing und von der neuen Sofortabschreibung gleichermaßen ausgenommen sind. Ein Fuhrpark aus Firmenwagen fällt in den Pool und verliert die vier Punkte ersatzlos.

Zwei Details, an denen Rechnungen scheitern

Der Mischsatz. Die Senkung greift zum 1. April für die Körperschaftsteuer und zum 6. April für die Einkommensteuer. Wer ein abweichendes Geschäftsjahr hat, bekommt einen zeitanteiligen Satz. Ein Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2025 bis 30. September 2026 liegt zur Hälfte in jeder Welt und trägt rund 16 Prozent. Wer für dieses Jahr mit 18 oder mit 14 rechnet, liegt in beide Richtungen falsch.

Der Rest nach der Sofortabschreibung. Wer die 40 Prozent in Anspruch nimmt, darf die verbleibenden 60 Prozent nicht im selben Zeitraum in den Pool geben, sondern erst im folgenden oder einem späteren. Im Anschaffungsjahr gibt es also 40 Prozent und nichts weiter, nicht 40 plus 14 auf den Rest.

Der Verkauf, der anders funktioniert, als Du es kennst

Wird ein Wirtschaftsgut verkauft, wird der Erlös vom Pool abgezogen. Es gibt keinen Veräußerungsgewinn und keinen Veräußerungsverlust im gewohnten Sinn; der Pool wird kleiner, und der Effekt verteilt sich über die Folgejahre.

Zwei Folgen daraus. Übersteigen die Erlöse die verbliebenen Werte, wird der Pool negativ, und daraus entsteht ein steuerpflichtiger Betrag. Und bei einer Betriebsaufgabe oder einem Betriebsverkauf wird der Pool aufgelöst und die Differenz einmalig berücksichtigt.

Fiona sollte den Poolstand deshalb kennen, bevor sie über einen Preis verhandelt. Es ist eine der wenigen Zahlen, die den Nettoerlös verändern, ohne im Kaufvertrag zu stehen.

Was der Vergleich mit Deutschland und Österreich ergibt

Großbritannien Deutschland Österreich
Methode Pool mit festem Satz nach Nutzungsdauer, linear oder degressiv wie Deutschland
Sofortabzug 1 Mio. £ im Jahr für alle, unbegrenzt für Kapitalgesellschaften bei Neuware Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung, nur bis 200.000 € Gewinn Investitionsfreibetrag 10 bis 15 %, Basis bis 1 Mio. €
Erhöhte Anfangsabschreibung 40 % im ersten Jahr, dauerhaft degressiv bis 30 %, befristet bis Ende 2027 degressiv bis 30 %, unbefristet
Laufender Satz danach 14 % auf den Restwert nach Nutzungsdauer nach Nutzungsdauer
Gebrauchte Güter degressiv nein, nur über die Jahresgrenze ja nein
Gewerbliche Gebäude grundsätzlich nicht abschreibbar 3 % 2,5 %, im ersten Jahr bis 7,5 %

Die letzte Zeile kostet am meisten und wird am seltensten erwähnt. Großbritannien kennt für den Erwerb gewerblicher Gebäude keine allgemeine Abschreibung. Es gibt einen eigenen, niedrigen Satz für bestimmte Baukosten, aber der Kaufpreis eines Gebäudes ist im Grundsatz verloren. Für einen Betrieb mit eigener Halle verschiebt das die Standortrechnung über zwanzig Jahre erheblich, und zwar zugunsten Deutschlands und Österreichs.

Wenn Du eine britische Gesellschaft aus dem deutschsprachigen Raum hältst

Die Abschreibung wirkt auf Ebene der Gesellschaft. Auf Deiner Seite ändert sich nichts, solange nicht ausgeschüttet wird. Es gibt allerdings eine Stelle, an der eine großzügige britische Abschreibung Dir schadet, und sie wird fast nie gerechnet.

Ottmar aus Bamberg hält eine britische Gesellschaft, die Lizenzen verwertet, also passive Einkünfte hat. Wirtschaftlich erzielt sie 250.000 Pfund Gewinn. Weil sie im selben Jahr für 200.000 Pfund neue Serverhardware sofort abschreibt, bleiben steuerlich 50.000 Pfund, und darauf zahlt sie den kleinen Satz von 19 Prozent, also 9.500 Pfund.

Für § 8 Abs. 5 AStG wird die tatsächliche Belastung an den nach deutschen Regeln ermittelten Einkünften gemessen, nicht an der britischen Bemessungsgrundlage. Deutschland kennt für Serverhardware keinen Sofortabzug in dieser Höhe. Die deutsch ermittelten Einkünfte liegen also weit über 50.000 Pfund, und die effektive Belastung fällt entsprechend tief unter fünfzehn Prozent. Der Sofortabzug, der in Großbritannien Geld spart, löst in Deutschland die Hinzurechnungsbesteuerung aus.

Der Substanznachweis hilft ihm dabei nicht: § 8 Abs. 3 AStG öffnet ihn nur für die EU und den Europäischen Wirtschaftsraum, und Großbritannien gehört seit dem Austritt zu keinem von beiden. Für Ottmar entscheidet allein der Aktivkatalog, und Lizenzverwertung steht nicht darauf.

Adelbert aus Kapfenberg steht vor derselben Fünfzehn-Prozent-Schwelle in § 10a Abs. 3 KStG, mit einem Unterschied: Die österreichische Hinzurechnung setzt voraus, dass die beherrschende Person eine Körperschaft ist. Hält er die britische Gesellschaft privat, greift sie nicht.

Chasper aus Davos hat keine Hinzurechnungsbesteuerung zu fürchten, weil die Schweiz keine kennt. Seine einzige Frage bleibt der Ort der tatsächlichen Verwaltung.

Der Punkt, der über Großbritannien hinausgeht

Bei der Standortwahl wird fast immer der Steuersatz verglichen und fast nie die Bemessungsgrundlage. Ein Land mit 25 Prozent Steuer und einem Sofortabzug ohne Betragsgrenze kann für einen investierenden Betrieb günstiger sein als eines mit neun Prozent und ohne Abschreibungsregeln. Ein Land ohne Gebäudeabschreibung ist für einen Betrieb mit eigener Immobilie teurer, als der Satz vermuten lässt. Und eine großzügige Abschreibung im Ausland kann daheim eine Hinzurechnung auslösen, die den ganzen Vorteil frisst.

Für Fiona bleibt eine Rechnung mit drei Zeilen: der Poolstand, die Jahresgrenze von einer Million, und die Frage, ob das nächste Fahrzeug neu oder gebraucht sein soll. Der Unterschied zwischen neu und gebraucht ist bei ihr größer als die vier Punkte, über die berichtet wurde. Wie sich Großbritannien insgesamt darstellt, steht im Überblick zur Firmengründung in Großbritannien, und was die UK Limited by Guarantee kostet, auf ihrer Produktseite.

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