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Ein flacher Salzteich auf einer niedrigen Karibikinsel im goldenen Abendlicht, das stille helle Wasser liegt rechts und spiegelt den warmen Himmel, links ein Ufersaum aus trockenem Gras und niedrigem Salzbusch, in der Flachzone stehen drei kleine Watvögel

Cayman erhöht die Gebühren. Deine Gesellschaft kostet 200 Dollar mehr, und das erst ab 2027.

In der Rede des Finanzministers steht eine Zahl, die gerade durch die Beraterwelt geht: von 800 auf 12.500 Dollar. Sie betrifft rund hundert Gesellschaften im Land, und Deine ist mit hoher Wahrscheinlichkeit keine davon. Du kannst das selbst nachrechnen, und zwar mit den Zahlen aus derselben Rede.

Seit gestern kursiert eine Zahl. Der Finanzminister der Cayman Islands hat dem Finanzausschuss die Einnahmemaßnahmen für 2026 und 2027 vorgetragen, und darin steht ein Sprung von 800 auf 12.500 Dollar.

Das Fünfzehnfache. Wer das liest und eine Cayman-Gesellschaft hat, bekommt kurz feuchte Hände.

Er sollte weiterlesen, denn drei Absätze später steht in derselben Rede, was ihn tatsächlich betrifft, und das sind 200 Dollar ab 2027.

Wie Du selbst herausfindest, welche Gebühr Dich meint

Die Rede ist öffentlich, sie ist fünf Seiten lang, und sie hat eine Eigenschaft, die sie ungewöhnlich nützlich macht: Zu jeder Maßnahme steht dabei, wie viel Geld sie einbringen soll. Damit kannst Du ausrechnen, wie viele Betroffene es gibt, ohne irgendjemanden zu fragen.

Nimm die 12.500 Dollar. Diese Maßnahme soll 1,17 Millionen Dollar im Jahr erbringen. Teile das eine durch das andere, und Du landest bei etwa 94 Gesellschaften. Auf den Cayman Islands sind weit über hunderttausend Gesellschaften registriert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deine zu diesen vierundneunzig gehört, ist gering, und sie wird noch geringer, wenn man liest, worum es sich handelt: um Gesellschaften mit einer Befreiung nach dem Trade and Business Licence Act, also im Zusammenhang mit dem Betreiben eines Gewerbes im Inland. Das ist nicht die Jahresgebühr Deiner Exempted Company.

Jetzt die Gegenprobe mit der Maßnahme, die Dich meint. Die Registrierungs- und Jahresgebühren für Gesellschaften steigen: Registrierung um 100 Dollar, Jahresgebühr für Exempted Companies um 200 Dollar, Jahresgebühr für sonstige Gesellschaften um 100 Dollar. Erwarteter Ertrag: 20,3 Millionen Dollar. Rechne rückwärts, und Du bist bei einer sechsstelligen Zahl von Gesellschaften. Das ist der ganze Bestand der Insel. Das ist Deine Zeile.

Du findest beides in der Rede des Ministers, als Punkt 3 und als Punkt 9.

Und noch etwas steht in Punkt 9

Dort steht ein Wort, das in den Zusammenfassungen gern untergeht: Die Erhöhung der Registrierungs- und Jahresgebühren beginnt im Jahr 2027.

Nicht im Januar 2026. Für das kommende Jahr ändert sich an der Jahresgebühr Deiner Gesellschaft nichts.

Das ist der Unterschied zwischen einer Nachricht, die zum Handeln zwingt, und einer, die man zur Kenntnis nimmt und in die Kostenplanung für übernächstes Jahr schreibt.

Wem die Rechnung tatsächlich präsentiert wird

Wenn man die Maßnahmen nach Empfängern sortiert, ergibt sich ein klares Bild, und es zeigt nicht auf den Unternehmer mit einer Holding.

  • Banken und Treuhänder: Die Jahresgebühr für Lizenznehmer mit einer Bilanzsumme zwischen einer und drei Milliarden US-Dollar steigt von einer Million auf 1,2 Millionen im Jahr 2026 und auf 1,5 Millionen im Jahr 2027. Über drei Milliarden geht es auf 1,5 und dann 1,75 Millionen.
  • Fonds: Die Gebühr für den Fund Annual Return steigt bei Publikumsfonds von 300 auf 450 Dollar, bei Private Funds von 150 auf 225. Erwarteter Ertrag: 11,1 Millionen.
  • Prüfungsgesellschaften: Die Lizenzgebühr für Häuser mit mehr als 111 Berufsträgern steigt von 400.000 auf 1,2 Millionen Dollar. Für Häuser mit sechs bis zehn Berufsträgern fällt die Gebühr von 20.000 Dollar dagegen ganz weg.
  • Anwaltschaft: Die Zulassungsgebühr für nicht caymanische Anwälte steigt einmalig von 2.000 auf 10.000 Dollar, die Praxisgebühr für Syndikusanwälte von 1.000 auf 2.500.
  • Versicherer: Die Lizenzgebühren steigen um jeweils zehn Prozent, von 9.500 auf 10.450, von 10.500 auf 11.550, von 13.500 auf 14.850.

Das ist eine Rechnung an die Finanzindustrie, nicht an ihre Kunden. Die Insel holt sich das Geld dort, wo die Margen entstehen. Für Dich fällt dabei ein Betrag ab, der in derselben Größenordnung liegt wie eine Tankfüllung.

Eine Position solltest Du trotzdem im Blick behalten, weil sie neu ist und nicht Dich, sondern Deinen Dienstleister trifft: die Einführung einer Jahresgebühr von 100 Dollar für Exempted Limited Partnerships und für Corporate Service Providers, mit erwarteten 4,1 Millionen jährlich. Was Dienstleister an Gebühren zahlen, taucht erfahrungsgemäß in der nächsten Rechnung wieder auf.

Meinhard in Aachen rechnet seine Gesellschaft durch

Meinhard hält über eine Cayman-Gesellschaft Anteile an zwei Zulieferbetrieben in Polen und Portugal. Die Gesellschaft hat ein Stammkapital von 50.000 US-Dollar, keine Angestellten, keine Lizenz, keinen Fonds. Der klassische Fall.

Seine jährliche Rechnung sieht so aus:

  • Jahresgebühr an den Registrar: 1.225 Cayman-Dollar. Das ist die Stufe für Gesellschaften mit einem eingetragenen Kapital über 42.000 und bis 82.000 Dollar. Bis Ende 2024 waren es 1.125 Dollar, zum 1. Januar 2025 wurde erhöht.
  • Registered Office und Registered Agent: rund 1.500 US-Dollar, je nach Anbieter.
  • Substanzmeldung: nichts. Die Economic Substance Notification kostet keine Gebühr.
  • Meldung zum Kontenaustausch: nichts, weil seine Gesellschaft Beteiligungen an operativen Firmen hält und damit kein Finanzinstitut ist.

Zusammen also grob 3.000 US-Dollar im Jahr, umgerechnet gut 2.700 Euro.

Ab 2027 kommen 200 Cayman-Dollar dazu. Damit steigt seine Gesamtbelastung um etwa acht Prozent, von rund 3.000 auf rund 3.240 US-Dollar.

Wer Meinhard jetzt anbietet, seine Gesellschaft wegen der Gebührenentwicklung nach Panama oder auf die Britischen Jungferninseln umzuziehen, verkauft ihm eine Umstrukturierung, die mehrere tausend Dollar kostet, um 240 Dollar im Jahr zu sparen. Woran der Unterschied zwischen Cayman und den Jungferninseln tatsächlich hängt, haben wir an anderer Stelle durchgerechnet, und es ist nicht die Jahresgebühr.

Der Posten, der wirklich groß werden kann

Wenn eine Cayman-Gesellschaft teuer wird, dann fast nie über Gebühren. Sie wird teuer über Versäumnisse.

Ein einziger verspäteter Substanzbericht kostet nach den veröffentlichten Regelsätzen der Steuerbehörde im ersten Jahr 2.500 Dollar Grundstrafe plus Tagessätze. Die Behörde rechnet in ihren Richtlinien ein Beispiel durch, in dem ein um 213 Tage verspäteter Bericht bei 45.200 Dollar landet. Das steht im sechsten Teil ihrer Vollzugsrichtlinien.

45.200 gegen 200. Das ist das Verhältnis, um das es geht. Wer über Gebühren spricht und über Fristen schweigt, sortiert die Risiken für Dich falsch herum.

Was in Wels und in Thun zusätzlich zählt

Herlinde in Wels hat dieselbe Kostenrechnung wie Meinhard, aber eine andere Nebenrechnung. Für Österreich sind die Gebühren Betriebsausgaben der Gesellschaft, und da diese im Ausland ansässig ist, wirken sie sich bei ihr nur aus, wenn die Gesellschaft ihr überhaupt zugerechnet wird. Ist sie es nicht, sind die 3.000 Dollar schlicht Kosten, die niemand absetzt. Das ist ein Punkt, den man vor der Gründung wissen will: Die laufenden Kosten einer Auslandsstruktur mindern in der Regel nicht Deine Steuer zu Hause.

Bendicht in Thun rechnet dasselbe, und bei ihm kommt ein Zweites hinzu. Wenn die Gesellschaft faktisch von Thun aus geführt wird, ist sie in der Schweiz steuerpflichtig, und dann sind die 3.000 Dollar an Verwaltungskosten für eine Struktur ausgegeben, die genau das nicht leistet, wofür sie gedacht war. Der teuerste Posten einer Auslandsgesellschaft ist immer die, die nicht funktioniert.

Was daran ehrlich unklar ist

Die Rede ist eine Ankündigung, kein Gesetz. Gebührenänderungen werden in Verordnungen gegossen, und zwischen der Vortragsfassung und dem Amtsblatt verschieben sich erfahrungsgemäß Beträge und Termine. Wer im Jahr 2027 auf den Cent genau planen will, sollte die Verordnung abwarten und nicht die Rede.

Und die Währung ist nicht durchgängig gekennzeichnet. Die Rede nennt bei den Banklizenzen ausdrücklich US-Dollar, an anderen Stellen steht nur ein Dollarzeichen. Gebühren des Registrars werden auf Cayman in Cayman-Dollar geführt, und der Cayman-Dollar steht fest bei 1,20 US-Dollar. Wo Du die Zuordnung nicht sicher lesen kannst, rechne mit dem höheren Wert. Bei 200 Dollar entscheidet das über 40 Dollar, es lohnt die Aufregung nicht.

Was jetzt sinnvoll ist

Für 2026 ist nichts zu tun. Deine Jahresgebühr bleibt, wo sie ist.

Für 2027 trägst Du 200 Dollar in die Planung ein, und wenn Deine Gesellschaft eine Partnerschaft ist oder Du über einen Corporate Service Provider hältst, rechnest Du damit, dass die neuen 100 Dollar bei Dir ankommen.

Und dann leg das Thema weg und sieh stattdessen nach, ob die Substanzmeldung dieses Jahr raus ist und ob die Einordnung Deiner Gesellschaft für den Kontenaustausch noch stimmt. Dort liegen die vierstelligen Beträge, nicht in der Gebührenordnung.

Wenn Du wissen willst, was Deine Struktur im Jahr wirklich kostet, mit allen Posten und nicht nur mit denen, die auf der Rechnung des Agenten stehen, stellen wir Dir die Aufstellung zusammen und sagen Dir dazu, an welcher Stelle sie sich nicht mehr lohnt.

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